Anfassen ist simpel. Berühren ist die Kunst.


Es alleine mit sich aushalten zu können, ist für viele eine große Herausforderung. Alleine reisen, wäre für diese Menschen meist unvorstellbar.


Ich für mich muss sagen, ich mag es, allein zu sein, die Ruhe zu genießen, mich mit mir selber auseinanderzusetzen, mich und mein Leben zu reflektieren und diese Zeit zu nutzen um Dinge zu machen, die mir gut tun, zum Beispiel, diesen Blog zu schreiben.


Was hat all das mit der Überschrift dieses Blogposts zu tun, werden sich einige jetzt fragen. Während meiner Reise habe ich deutlicher als jemals zuvor gemerkt, wie wichtig jedoch andere Menschen in meinem Leben sind. Und was der Unterschied zwischen „anfassen“ und „berühren“ ist.


Unterwegs lernt man so viele interessante Menschen kennen, man versteht sich, denn jeder hat irgendwie eine ähnliche Geschichte. Es wird zusammen gequatscht, gelacht, gekocht, getrunken und am Ende verabschiedet man sich mit einer dicken Umarmung, wünscht dem anderen alles Gute für den weiteren Weg und vorbei ist der Kontakt. Was natürlich in vielen Hinsichten super angenehm ist, weil es einfach zwanglos, unkompliziert und ohne jede Verpflichtung ist. Man hatte eine tolle Zeit, man fand den Menschen vermutlich auch ganz nett, aber es sind einfach nicht diese Berührung, die zumindest mir oft gefehlt habt.


Es geht mir dabei gar nicht um sexuelle Berührungen, falls das jetzt so klingen sollte, ich habe es häufig einfach nur vermisst, jemandem Nähe zu schenken, der mir wirklich was bedeutet. 


Mir ist bewusst geworden, warum so viele Vanlifer, die alleine reisen, einen Hund bei sich haben. Ein vertrautes Lebewesen, zu dem man eine Nähe zulassen kann und welches einem das Gefühl von Geborgenheit geben kann. 


Vermutlich kann man auch das nicht pauschalisieren, es gibt bestimmt auch Menschen, die keine Nähe brauchen oder sie zumindest nicht zulassen wollen. Warum das in Einzelfällen so ist, sei dahingestellt. 


Ich habe unterwegs oft darüber nachgedacht, warum mir diese Nähe, diese Berührungen so extrem fehlen, schließlich lerne ich ja Leute kennen, nehme diese dann auch mal in den Arm und bin nie wirklich lange allein. Aber um so mehr ich darüber nachgedacht habe, um so bewusster wurde mir, dass ich diese für mich wirklich wichtigen Berührungen in der Vergangenheit oft gar nicht wahrgenommen habe. 


Aber nur weil wir Dinge nicht aufmerksam wahrnehmen, heißt es nicht, dass sie nicht existieren. Also habe ich meine Aufmerksamkeit genau darauf gelenkt, habe plötzlich erkannt, wie viel Nähe ich sonst zu Menschen habe, die mir wirklich wichtig sind und mir am Herzen liegen. Ob es die herzlichen Begrüßungen in der Familie mit einem Küsschen sind, ob es die Kollegen im Büro waren, die einfach mal geknuddelt worden sind, weil mir danach war oder ich das Gefühl hatte, dass diese es gerade brauchen, dass ihnen jemand sagt „Hey du bist toll und du packst das!“ oder ob es einfach die Berührungen unter Freunden sind, mit denen man durch dick und dünn geht und sich dann in den Armen liegt.


Das alles sind für mich Berührungen, die genau dahin gehen, wo sie auch hingehören, und zwar direkt ins Herz. Wir müssen einfach nur genau auf diese Berührungen unsere Achtsamkeit legen! Gerade zu Weihnachten, würde ich mir wünschen, dass viel mehr Menschen „Berührungen“ verschenken, anstatt auf oberflächlichen Materialismus Wert zu legen.


#thinkaboutit

#schenktmehrberührungen

#ehrlicheweihnachten

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